Gedanken zum Hohenlied

Hl. Teresa von Avila

Es ordnete der König in mir die Liebe. So sehr brachte er sie in Ordnung, dass sie die Liebe, die sie zur Welt hatte, verließ, und die zu sich zu Indifferenz wurde; die zu ihren Verwandten wurde so, dass sie sie nur noch um Gottes willen mag, und die zum Nächsten und zu den Feinden so, dass man es nicht glauben kann, wenn man es nicht ausprobiert;

sie ist sehr gewachsen; die zu Gott so ganz ohne Maß, dass sie sie manchmal mehr bedrängt, als ihre schwache Natur aushalten kann. Und da sie sieht, dass es mit ihr zu Ende geht und zum Sterben kommt, sagt sie: Stärkt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln, denn vor Liebesleid sieche ich dahin (Hld 2,5).

Gedanken zum Hohenlied 6,13

Hl. Teresa von Avila